Die Kabale der Scheinheiligen (Molière)
Schauspiel in vier Akten von Michail Bulgakow
Besetzung: Jessica Baumgarten, Carolin Böhm, Sasha Bornemann, Alexander Bräutigam, Kerstin Diebel, Eva Hamm, Jan Hempel, Lucia Stamac, Tim Tölke und Benjamin Wilke
Regie und Ausstattung: Rafael Meltzer
am 24./25. Juli 2015
Gastspiele auf Anfrage
Während auf der Bühne des „Theâtre du Palais Royal“ der Hausherr Molière als „Sganarelle“ in seinem „Don Juan“ in einer Aufführung vor seinem Gönner, dem König Ludwig XIV., Beifallsstürme erntet, beschwört hinter der Bühne der Schauspieler und Chronist Lagrange die junge Kollegin Armande Béjart, Molière nicht zu heiraten; sie sei zu jung für ihn, und es sei eine große Sünde. Mehr darf Lagrange nicht sagen, geht es doch um eines der tiefsten Geheimnisse der Schauspielerin und bisherigen Molièrschen Lebensgefährtin Madeleine Béjart. Diese hat Armande, die in Wirklichkeit ihre Tochter ist, als ihre junge Schwester ausgegeben. Auch Molière selbst widersetzt sich den Bitten Madeleine Béjarts, die nicht einmal ihm die volle Wahrheit über Armande anvertraut: Er will und wird Armande heiraten, zumal diese ein Kind von ihm erwartet.
Nach und nach brauen sich Gewitterwolken über dem mutigen Dichter zusammen: Er, der unerbittliche Kritiker menschlicher Untugenden – Scheinheiligkeit, Lüge, Geiz – hat sich mit seiner neuesten Komödie „Tartuffe“, einer scharfen Anklage gegen die Heuchelei unter dem Mantel der Frömmigkeit, die katholische Kirche zum Todfeind gemacht. Charron, dem Erzbischof von Paris gelingt es, eine Intrige gegen den Dichter anzuzetteln. Dazu nutzt er geschickt das Geheimnis um Armande aus, das er einem Adoptivsohn Molières unter Folterandrohung entrissen hat. Der Dichter fällt beim Sonnenkönig in Ungnade, Armande muss dem größten Feind ihres Mannes, Erzbischof Charron, beichten und wird gezwungen, Molière zu verlassen.
Der Tod seiner beiden Kinder, sein krankes Herz und ständige Angriffe auf Leib und Leben verstärken die Zermürbung Molières derart, dass er nach der vierten Aufführung seines „eingebildeten Kranken“, noch im Kostüm der Titelrolle, zusammenbricht und stirbt.
Eine Kritik finden Sie hier HNA.de.


