Peer Gynt – Bilder einer Reise
Peer Gynt – Bilder einer Reise von Hendrik Ibsen
Besetzung: Katharina Brehl, Sophia Dobers, Daniela Drachholz, Sebastian Freitag, Kristin Heil, Robin Middeke, Yorick Tortochaux, Eva Blum, Katharina Fromm.
Regie: Rafael Meltzer
Kostüme: Lucia Stamac
Premiere am 22. Juli 2016
Wiederaufnahme: 13. Januar 2017
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Abschlussinszenierung des 6. Semesters der Schauspielschule Kassel
Peer ist ein Fantast und Hochstabler. Ein Bauernjunge, der davon träumt, Kaiser zu werden. Er verlässt seine Mutter und Solveig, die ihn liebt, entkommt den Trollen, die ihn zu einem der ihren verunstalten wollen, und kehrt seiner norwegischen Heimat den Rücken, um die Welt zu erobern. In Afrika gelangt er als Sklavenhändler zu unermesslichen Reichtum. In Ägypten erforscht er die Pyramide von Gizeh und wird in einem Irrenhaus in Kairo zum Kaiser der Selbstsucht gekrönt. Als alter Mann kehrt er nach Hause zurück. Dort trifft er auf Solveig, die auf ihn gewartet hat.
Als eine Mischung aus norwegischen Mythen und Sagen, Kolportage und Abenteuerromantik schildert Ibsen den Lebensweg eines Menschen, der nach der Maxime gelebt hat, „sei dir selbst genug“, und dabei niemals „er selbst“ gewesen ist. Es ist die Geschichte eines Glücksritters, der sich die Welt untertan machen wollte, und am Ende erkennt, dass sein Leben einer Zwiebel gleicht: nur Schalen, aber kein wirklicher Kern. Bei aller Selbstverwirklichung ist das „Gyntsche Ich“ auf der Strecke geblieben. Das eigentliche Lebensziel hat er verfehlt. Peer Gynt, das ist der Hans im Glück aus dem Märchen, der Goldgräber aus dem Wilden Westen un der Finanzjongleur im Casino-Kapitalismus. Und Ibsens dramatisches Gedicht ist das Portrait einer Gesellschaft, die im Angesicht der ökonomischen Krise in einem fort vor sich selbst davon läuft.


